VIRTUELLER DIALOG DES CB27

13. Mai 2020 à 13. Mai 2020
Virtual

Das Forum CB27 hielt am 13.05. ein Webinar ab, in dem die Schaffung grüner Arbeitsplätze als Lösung für die wirtschaftliche Erholung nach der Covid-19-Pandemie diskutiert wurde.

Das virtuelle Treffen brachte Umweltdezernenten (oder Dezernats-Vertreter) aus 23 brasilianischen Hauptstädten zusammen, die die Gelegenheit zum Dialog mit dem ehemaligen Umweltminister von Kalifornien (USA), Terry Tamminen, hatten. Im Jahr 2008 setzte die Zeitung The Guardian Tamminen an die Spitze einer Liste von 50 Personen, die den Planeten retten könnten.

Für Bernardo Egas, Umweltdezernent der Stadt Rio de Janeiro und nationaler Koordinator des CB27, sind die am Forum beteiligten Städte stark darum bemüht, Projekte wie das der „Grünen Flagge“ in die Tat umzusetzen. "Die Umweltmanager werden die Aufgabe haben, einen positiven Weg für die Erholung nach der Krise aufzuzeigen", meint er.

Das Projekt "Grüne Flagge" schlägt die Schaffung eines Netzwerks für den Austausch von Saatgut gefährdeter Arten vor, wodurch die von Auslöschung bedrohte brasilianische Flora geschützt sowie deren nachhaltige Nutzung und die Verteilung von Dienstleistungen aus der Nutzung der Energieressourcen gewährleistet werden sollen.

Germano Vieira, Dezernent für Umwelt und nachhaltige Entwicklung von Minas Gerais und Präsident von Abema (Brasilianischer Verband der bundesstaatlichen Umweltbehörden), ist der Ansicht, dass die wirtschaftliche Erholung zu einer größeren Nachfrage von Umweltangeboten und -dienstleistungen führen kann. "Wir haben in einigen Bundesstaaten erhebliche Fortschritte erzielt, die eine erfolgreiche Umsetzung unserer Lösungen gewährleisten". Für ihn bietet das Gespräch mit Tamminen die Gelegenheit, sich über die gemeinsamen Herausforderungen bei der Entwicklung konvergenter Lösungen auszutauschen, die in ihrer Anwendung effizienter und sicherer sind.

Rodrigo Perpétuo, Exekutivsekretär von ICLEI Südamerika, hob die Annäherung zwischen CB27 und R20 (Regions of Climate Action) hervor, einer 2011 von der kalifornischen Regierung gegründeten Einrichtung, zu deren Direktoren Tamminen gehört. R20 stellt sich zur Aufgabe, die grüne Wirtschaft zu fördern, um zu den Zielen der nachhaltigen Entwicklung (SDGs) beizutragen. "Wir sind uns bewusst, wie wichtig die Förderung einer harmonischen Planung der städtischen Grünflächen für die Gesundheit der Städte ist. Es ist dieser Geist des Dialogs und des Erfahrungsaustauschs, der CB27 zur Kooperation mit anderen Organisationen motiviert. Das ist das beste Gegenmittel gegen Krisenzeiten wie wir sie zurzeit erleben.“

Wassereffizienz

Gleich zu Anfang äusserte sich Terry Tamminen zu der Liste der 50 Personen, die den Planeten retten könnten, an deren Spitze er 2008 gestellt wurde. "Wenn ich wirklich eine von ihnen bin, dann habe ich bisher keine gute Arbeit geleistet", scherzte er. Betrachtet man den damaligen historischen Kontext, so ist es jedoch leicht zu verstehen, warum er zu den Auserwählten gehörte: Kalifornien, dessen Umweltminister er war, zählte zu den amerikanischen Bundesstaaten, die sich am besten von den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 erholten. Wie? "Indem wir Investitionen in nachhaltige Gemeinschaften förderten, um Ökosysteme zu stärken und Lösungen für die Nutzung von Wasser und Land zu suchen", sagte Tamminen.

Als Beispiel nannte er den Bezirk von Sun Valley im Norden von Los Angeles, einem Ort, der während der Regenzeit gewöhnlich überschwemmt wurde. Anfänglich hatte die Stadtverwaltung ein Regenwassersammelsystem eingerichtet, das direkt in den Pazifischen Ozean floss und den gesamten Schmutz der Stadt dabei mit schwemmte. Später wurde die Lösung neu konzipiert, indem man Becken schuf, in denen das Regenwasser unter der Oberfläche eines Parks gespeichert wurde. Das funktionierte so gut, dass die Stadt begann, das überschüssige Wasser an die Nachbargemeinden zu verkaufen. "Die Lehre davon ist, dass wir Erfolg haben können, nicht indem wir die Gemeinschaften umgestalten, sondern indem wir unsere Gedanken umgestalten", meinte er.

Seiner Ansicht nach liegt in der Wassereffizienz eine große Chance, die Schaffung von lokalen Arbeitsplätzen zu fördern und das Wassersystem effizienter zu machen. "Brasilien hat, wie Kalifornien, Zyklen mit viel und wenig Wasser. Die Infrastruktur zur Verbesserung der Wassereffizienz bringt nicht immer einen sofortigen Gewinn, aber der Nutzen wird sich sicherlich in der Zukunft einstellen. Auch die Wasserqualität ist ein sehr wichtiger Faktor für die Gesundheit.

Abfall

Indem er darauf hinwies, dass die Ressourcen der Erde begrenzt sind, bezog sich Tamminen auf das, was er für einen Schlüsselpunkt im Sinne eines nachhaltigen Planeten betrachtet: Verschwendung in allen Lebensbereichen zu vermeiden. Und in diesem Zusammenhang ist die Diskussion über Abfallmanagement von grundlegender Bedeutung.

Durch eine effizientere Analyse des Abfallvolumens werden die Städte erkennen, dass der Abfall mithilfe produktiver technologischer Lösungen zu einem neuen Rohstoff für die Industrie und damit für die Schaffung von Arbeitsplätzen werden kann. "Mit moderner Technologie kann bis zu 90 Prozent des Abfalls in Güter verwandelt werden, die wieder in den Handel fliessen können", sagte er. "Können wir uns eine Welt ohne Verschwendung vorstellen? Ja! Wir müssen viele lokale Arbeitsplätze in der Abfallverwertungsindustrie schaffen. Diese Idee muss für lokale Regierungen attraktiv werden.“

Szenario nach der Pandemie

Der ehemalige kalifornische Umweltminister glaubt, dass die Gesellschaft nach dem durch die Covid-19-Pandemie ausgelösten Notstand eine neue Haltung gegenüber der Natur einnehmen wird. "Luft und Wasser sind nun sauberer. Die Natur lebt überall auf der Welt wieder auf. Diese Veränderungen werden nach und nach ins Bewusstsein dringen, sollten wir aber zu voreiligen Lösungen greifen werden wir keine guten Ergebnisse erzielen. Die Wahrheit ist, dass die Welt sauberer sein kann, und niemand wird zur vorherigen Situation zurückkehren wollen. Das ist eine großartige Gelegenheit, die öffentliche Meinung auf unsere Seite zu bringen.“

Seiner Meinung nach sollten die Regierungen Strategien entwerfen und Anreize für die Konsolidierung einer grünen Wirtschaft schaffen. Er nannte Beispiele, wie z.B. die Förderung der Aufstellung von Sonnenkollektoren auf Hausdächern und staatliche Beihilfen für Bürger, die ihre alten Kühlschränke ersetzen wollen, was nicht nur zur Steigerung des Umsatzes, sondern auch zur Energieeffizienz beiträgt.

Auf der anderen Seite übte Tamminen Kritik an der Art und Weise wie die Zentralregierungen die Zusammenarbeit mit den lokalen Regierungen zur Schaffung von Lösungen angesichts der Krise beiseite gelassen haben. "Die Städte sollten untereinander kooperative Lösungen anstreben, das sehe ich als grossen Vorteil an. Wir müssen mehr interaktive Treffen wie dieses haben, wo wir grundlegendes Wissen und Ressourcen teilen, sehen, was wir tun und wie wir voneinander lernen können", schloss er.

Abschluss

Auf dem Treffen des Forums CB27 wurden auch die Aktivitäten für 2020 und die nächsten Schritte des Netzwerks erörtert, wie z.B. die Aktualisierung des Katasters der Naturschutzeinheiten im Umweltministerium, die Stärkung der Agenda für städtische Grünflächen, die Einbeziehungen von Aktionen auf der Plattform Cities With Nature und Massnahmen zugunsten der biologischen Vielfalt in den Hauptstädten, sowie andere mehr.

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